Salzburger Fenster, August 2011
Salzburg ist gefragter Betriebsstandort
Aber zu wenig gute Angebote – und manche Gewerbegebiete fransen aus
Viele Unternehmen expandieren oder wollen in Salzburg ihre Zelte aufschlagen – bei der Suche nach der passenden Lösung benötigt man aber viel Geld und einen spitzen Rechenstift.
Nach einer kurzfristigen „Flaute“ zu Beginn dieses Jahres ist Salzburg im Bereich der Gewerbeflächen wieder heiß umkämpft. „Die Nachfrage hat spürbar angezogen“, berichtet Wolfgang Maislinger von Hölzl & Hubner Immobilien.
Um diese zu befriedigen, fehle es aber vor allem an klar definierten und gut strukturierten Gewerbeparks, wie es sie in anderen Städten gibt. „Viele Unternehmen möchten bei uns gerne Vertriebsniederlassungen gründen ohne erst extra etwas zu bauen“, so Maislinger weiter, „die würden sich gerne wo einmieten, wo sie Büros, einen Schauraum, Werkstatt, Lagerflächen etc. haben und ihre Kunden dort entsprechend empfangen und betreuen können“. Die Gründe für den Mangel an solchen geeigneten Objekten sieht der Immobilienexperte vor allem in den hohen Grundstückspreisen – diese liegen im Stadtgebiet zwischen 250 und 400 Euro, an den Einzugstangenten zum Teil sogar beachtlich darüber, und sinken erst bei entsprechender Entfernung bis auf 180 Euro: „Viele Investoren sehen durch die hohen Preise nur geringe Rentabilitätschancen und schauen sich lieber woanders um.“
Kritik übt Maislinger auch am Mangel an klar strukturierten Gewerbegebieten: „Da fehlt es häufig an der nötigen Geduld bei der Verwertung der Flächen“, sagt er, „wenn man dann Einzelhandel und womöglich sogar Wohnbereiche dazu mischt, sind die Probleme vorprogrammiert!“ Seiner Meinung nach sollte es da mehr Standfestigkeit von politischer Seite her geben.
Unterstützung erhalten an- bzw. umsiedelungswillige Betriebe u.a. vom Land, welches entsprechende Grundstücke ankauft, um sie dann an Unternehmen weiter zu verkaufen. „Die Land-Invest verfügt über ein entsprechendes Potenzial an attraktiven Flächen“, berichtet Geschäftsführer Wolfgang Huber, „bisher konnten wir immer eine Lösung finden – auch wenn das Angebot begrenzt ist.
„Land-Invest“ hätte Fläche für Palfinger
Selbst für den Vorzeigebetrieb Palfinger (derzeit wird ja noch der mögliche Umbau am Standort in Kasern diskutiert) könnten wir etwas Geeignetes anbieten, sollte dieser absiedeln wollen.“
Die Unternehmen, der Großteil davon aus Deutschland, zieht es am stärksten in die Stadt bzw. in die Randbereiche. „Viele suchen Büroräumlichkeiten, die entsprechend ausgestattet sind“, weiß auch Agnes Steger von der Standortagentur Salzburg, die den Wirtschaftsraum im Ausland bewirbt, „davon gibt es in der Stadt doch einiges“. Und dies ist auch gefragt, wie eine derzeit niedrige Leerstandsrate von 3,9 Prozent (erhoben im Salzburger Immobilienindex 2011 von Hölzl & Hubner Immobilien) beweist. Zu den begehrten Bereichen zählen die Einzugstangenten in Salzburg Süd, Maxglan, Liefering, Schallmoos und Aigen – allerdings nur bei entsprechender Qualität, Ausstattung, Lage und Preis.






