Salzburger Fenster, Februar 2011

Gewerbeflächen sind in Salzburg leider Mangelware

 Knappes Angebot an kleineren Büros und Geschäftslokalen

 Wer für die Gründung oder Erweiterung eines Unternehmens bei uns geeignete Räumlichkeiten sucht, braucht ein gutes Händchen und oftmals auch Geduld.

 Es herrscht Aufbruchstimmung im Bereich der Unternehmensgründungen. Vor allem kleinere Büro- und Geschäftsflächen werden deshalb heftig nachgefragt, wie Dr. Gerald Hubner, Fachgruppenobmann der Immobilienmakler in der Wirtschaftskammer Salzburg bestätigt: „Das Interesse ist eindeutig höher als das Angebot.“ Viele Jungunternehmer entschieden sich derzeit „wohl oder übel“ für das Modell des Bürosharing – man teilt sich also ein größeres Büro mit anderen Kleinunternehmern. „Meist ein nicht besonders attraktiver Kompromiss“, meint Hubner, „ die bessere Lösung wäre eindeutig ein Office Center mit kleinen Einheiten und gemeinsamen Service-Leistungen wie Sekretariat etc.“ In Wien, wo es derartige Modelle bereits gibt, liefen diese auch sehr gut. In Salzburg seien derzeit nur zwei kleiner Objekte am Markt. Wie weit sich die aktuell starke Nachfrage auf die Entwicklung derartiger Center in Salzburg auswirken wird, traut sich auch Hubner nicht vorauszusagen: „Entsprechende Vorlaufzeiten für die Projektentwicklung und natürlich die Frage: Ist die nachfrage in ein, zwei Jahren auch noch so hoch? – sind da möglicherweise ein Hemmschuh.“

Insgesamt sei die Leerstandsrate bei Büroflächen in Salzburg mit 4 bis 5 Prozent recht moderat, was auch auf eine zuletzt auf Sparflamme gehaltene Bautätigkeit zurück zu führen ist. Das wird sich in diesem Jahr allerdings ändern, etwa durch anstehende Projekte am Stadtwerke-Areal und rund um die Innsbrucker Bundesstraße.

 Zurückhaltung bei Projektentwicklung

 „Heute wird nicht mehr einfach drauflos gebaut“, weiß auch Ing. Wolfgang Maislinger, Geschäftsführer und Verkaufsleiter beim Gewerbeimmobilienspezialisten Hölzl & Hubner „erst wenn mehr als die Hälfte der Räumlichkeiten im Voraus vermietet sind, fährt der Bagger auf“. So ist vor allem bei jenen, die nach größeren Flächen (1.500 m² aufwärts) Ausschau halten, Geduld angesagt: „Da sind durchaus Wartezeiten bis zu zwei Jahren in Kauf zu nehmen.“

Bei Geschäftsflächen seien vor allem kleinere Lokale und eine gute Lage gefragt. Hierbei fällt auf: „In Spitzenlagen der Altstadt lassen sich heute keine astronomischen Preise mehr erzielen“, so Maislinger, „auch hier muss das Preis-/Leistungs-Verhältnis stimmen“. Interessenten seien sowohl internationale Ketten, die es in die Mozartstadt zieht, wie auch Neugründer aus der Region, die mit einer Geschäftsidee reüssieren möchten. Rund um die Linzer Gasse dürfte die rege Bautätigkeit, vor allem im ehemaligen Central-Kino, für Aufschwung sorgen und sich auch auf die umliegenden Straßenzüge auswirken. Und die gute Nachricht für Altstadtbewohner und Menschen, die hier arbeiten: Auch Nahversorger entdecken die Innenstadt wieder für sich.

Ein grobes Manko stellt Maklerobmann Hubner übrigens im Bereich des klassischen Handwerks fest: „Es gibt in der Stadt leider viel zu wenige kleinere Gewerbegrundstücke, wo jemand einen Betrieb aufbauen könnte. Ich weiß auch von vielen Unternehmen, die sich gerne vergrößern oder modernisieren würden, aber in ihren alten Räumlichkeiten verbleiben müssen, weil sie nichts Geeignetes finden können.“

Objektnummernsuche