Salzburger Fenster, März 2009

Mit Immobilien auf Nummer sicher

Wer als Anleger auf Dauer ruhig schlafen will, investiert in gute Immobilien

 Die radikalen Kurseinbrüche haben gezeigt: Aktien sind und bleiben nun mal riskant. Deshalb setzten Investoren und Kleinanleger vermehrt auf Immobilien. Die sind wertbeständig und werfen auch was ab.

 Gar manch einer, der bei der Finanzkrise mit einem blauen Auge davongekommen ist, will derzeit von riskanten Geschäften eher wenig wissen. Zu präsent ist noch die Gefahr, in einem kurzen Augeblick große Werte zu verlieren. Trotzdem kann man das Geld nicht einfach so liegenlassen. Eine Immobilie erweist sich da sozusagen als Retter in der Not:

Und zwar aus mehreren Gründen. Ein entsprechend gutes Objekt vorausgesetzt, kann man im Normalfall mit einer Wertsteigerung in der Zukunft rechnen, ein totaler Wertverlust jedenfalls wird wohl nicht zu befürchten sein. Weiters sind Besitzer von Immobilien in wirtschaftlich schlechten Zeiten eher bereit zu verkaufen, wie Dr. Gerald Hubner von der Fachgruppe der Immobilienmakler in Salzburg bestätigt: „Es sind wieder vermehrt interessante Objekte am Markt. Das kann in einiger Zeit schon wieder ganz anders aussehen.“ Und schließlich lässt sich damit auch eine anständige Rendite erzielen, die zwar nicht so aufregend ist wie bei manch einer Aktie in guten Zeiten, aber dafür sicher und beständig.

Und weil nicht nur mehr Objekte, sondern auch vermehrt Interessenten vorhanden sind, gehört die Immobilienbranche zu den (wenigen) Nutznießern der Krise. Vor allem der gewerbliche Sektor erlebt wahre Höhenflüge, aber auch im Wohnungsbereich tut sich einiges. Wer jetzt Geld lockermacht, hat die Chance auf ganz besondere Stücke, nämlich solche, die in einigen Jahren nicht mehr zu bekommen sein werden. Das Besondere bezieht sich dabei nicht so sehr auf den Preis, sondern auf den Standort. Die Aussicht, eine Toplage im Altstadtbereich zu ergattern sind – noch – ebenso günstig wie die auf ein Luxusheim in einem der schönsten Viertel der Stadt. „Jetzt zuzuschlagen, zahlt sich aus“, so die Empfehlung Hubners, „denn das Angebot wird in Zukunft eher zurückgehen.“ Dieser Standortvorteil kommt Salzburg insgesamt zugute. Die Nachfrage reicht weit über die Grenzen des Landes hinaus. Unterstützt werden Kaufwillige durch niedrige Kreditzinsen und Banken mit Geberlaune. „Gerade Betriebe, die umziehen wollen, werden großzügig mit Krediten bedacht“, weiß Hubner, „das sah vor einigen Monaten noch anders aus, da waren alle noch in einer Art Schockzustand.“

 Attraktive Objekte gefragt

Gefragt seien im Moment vor allem Gewerbeflächen und große Hallen, und zwar von Großbetrieben. Klein- und Mittelbetriebe sind im Moment eher zurückhaltend. Auch der Büromarkt zeigt sich von seiner besten Seite. Kaum leerstehende Flächen und eine rege Bautätigkeit lassen nichts von einer Krise vermuten. Hubner: „Zwar achten die Bauträger schon darauf, dass eine gewisse Grundauslastung gegeben ist, aber viele rechnen sich offenbar große Chancen aus, bei einem erhofften Wirtschaftsaufschwung jedenfalls mit dem passenden Angebot präsent sein zu wollen.“

 Grundbuch statt Sparbuch

Im Bereich des Privateigentums ist die Lage ähnlich, wenngleich etwas moderater. Und der gängigen Devise „Grundbuch statt Sparbuch“ scheinen immer mehr etwas abgewinnen zu können. Hier interessieren in erster Linie neue Objekte, und zwar deshalb, weil auf dem Gebrauchtmarkt derzeit „nichts Ordentliches“ zu bekommen ist. Wer seine eigenen räumlichen Verhältnisse verbessern will, hat dazu laut Experten jetzt sicher noch bessere Möglichkeiten als vielleicht in einigen Jahren. Für Investoren mit einem etwas größeren Budget – in der Größenordnung von 700.000 bis zwei Mio. Euro – ist der Kauf ganzer Häuser durchaus lukrativ, vor allem dann, wenn diese parifiziert sind, d.h. rechtlich gewährleistet ist, dass die darin befindlichen Wohnungen jederzeit auch einzeln veräußert werden können. Auch kommt es nicht selten vor, wie Hubner berichtet, dass jemand ein neu errichtetes Projekt komplett übernimmt und dabei auch eine nicht so tolle Rendite in Kauf nimmt: Was hier zählt ist vielmehr das Gefühl, das Geld „in einem sicheren Hafen“ angelegt zu haben.

 Auf Profis verlassen

Wie in anderen Bereichen auch, ist eine professionelle Beratung und Abwicklung durch den Fachmann im Immobilienbereich immens wichtig. Übereilte und „im Alleingang“ getroffene Abschlüsse können nämlich aufgrund der mangelnden Marktkenntnisse empfindlich ins Auge gehen, und zwar für beide Seiten, wie Mag. Peter Genser als Fachgruppenobmann der Salzburger Immobilientreuhänder zu bedenken gibt: „Makler sind nicht nur im Hinblick auf das aktuelle Preisgefüge stets auf dem Laufenden, sondern auch, wenn es um neue Verordnungen oder gesetzliche Regelungen geht. Unterstützend wirkt hier ein umfangreiches Fortbildungsprogramm durch die Innung, das im Preis bewusst niedrig gehalten ist, sodass es auch von möglichst vielen Interessenten wahrgenommen werden kann.“ Dies ist sicherlich mit ein Grund, warum der Berufsstand gerade in Salzburg höchstes Ansehen genießt. Gensers Rat deshalb: „Bei Immobiliengeschäften unbedingt zum Profi! Das bietet Vorteile und Sicherheit für Verkäufer, aber auch Käufer.“

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