Salzburger Nachrichten, April 2007
Wenig leer stehende Büros
Positive Stimmung herrscht auf dem Markt für Gewerbeimmobilien in Salzburg. Selbst B-Lagen sind jetzt wieder gefragt.
Salzburg (SN). Der allgemeine Aufschwung auf dem Salzburger Immobilienmarkt hat auch den gewerblichen Bereich erfasst. „Es herrscht eine positive Stimmung“, fasst Albin Hölzl die Ergebnisse des neuesten Immobilienpreisspiegels von Hölzl & Hubner zusammen.
Hölzl: „Seit mehr als einem Jahr kann festgestellt werden, dass der Standort Salzburg stetig an Interesse gewinnt. Sowohl heimische Firmen als auch Unternehmen aus dem Ausland wollen verstärkt Fuß fassen.“
Bei den Büros liegt die Leerstandsrate nun bei 4,0 bis 4,5 Prozent, das „ist sehr gut“, wie Hölzl meint: „Die Leerstandsrate ist in den vergangenen drei Jahren beständig nach unten gegangen.“ Allerdings werde das oft anders wahrgenommen, etwa angesichts der Lage im Bereich der Sterneckstraße.
Interessant ist, dass der in Wien feststellbare Trend zu Innenstadtbüros nun auch Salzburg erfasst hat. Hölzl: „Gerade das Andräviertel oder das Nonntal sind sehr gefragt. Viele wollen ein repräsentatives Haus mit hohen Räumen.“
Zwar seien diese Büros von der Ausstattung her nicht so flexibel wie jene in neuen Gebäuden, hätten dafür aber andere Vorzüge. Hölzl: „Gerade ausländische Banken kommen mit ihrem Private Banking nach Salzburg und die wollen genau solche Räumlichkeiten.“ Moderne Büros müssen immer mehr in Vollausstattung, also mit Doppelböden, Kühlung und Verkabelung angeboten werden. Hölzl: „Für den Mieter ist das ja eigentlich auch unsinnig, dass er selbst zum Ausbauen anfängt. Wenn er auszieht sind das alles verlorene Investitionen.“ Zwar kosteten Büros in Vollausstattung ein bisschen mehr, dafür brauche man sich als Mieter um nichts zu kümmern.
Das Preisniveau im Bürosektor liegt in Salzburg im obersten Segment bei 9,50 bis 10,80 Euro pro Quadratmeter. Das mittlere Segment erreicht Mietpreise von 7,80 bis 9,50 Euro und das unter Segment liegt bei 6,50 bis 7,80 Euro.
Der Aufschwung im Bürosektor ist auch bei den Geschäftslokalen bemerkbar. Hölzl: „Da ist ein eindeutiger Nachfrageüberhang bei guten Lagen zu verzeichnen.“ Vor allem internationale Firmen suchten solche guten Lagen, das Angebot sei aber sehr beschränkt.
Bei Geschäftslokalen ist zudem zu beobachten, dass auch nicht so prominente Lagen nachgefragt werden. Hölzl: „Wir verzeichnen hier einen eindeutigen Rückgang der Leerstände.“
In Salzburg fehlen Gewerbeparks
Für kleine und mittlere Gewerbebetriebe sei die Lage in der Stadt derzeit angespannt. Hölzl: „Was fehlt im Stadtgebiet, ist ein Gewerbepark.“ Gerade Maler, Installateure, Tischler etc. die täglich in der Stadt zu tun hätten, wollten nicht den Firmensitz an der Peripherie oder in den angrenzenden Gemeinden haben, sondern direkt in der Stadt.
Interview mit Albin Hölzl (Hölzl & Hubner Immobilien)
Hochwertige Ausstattung
SN: Welche Büroformen sind derzeit besonders gefragt?
Hölzl: Neben den modernen, neu errichteten Büroflächen gibt es derzeit auch wieder den Trend zu Innenstadtbüros. Nicht gerade in der Getreidegasse, aber im Andräviertel oder in Nonntal. Gerade Banken suchen diese repräsentativen Räumlichkeiten.
SN: Welche Voraussetzungen muss ein neues Bürogebäude erfüllen?
Hölzl: Der Trend geht immer mehr zur Vollausstattung. Der Mieter bekommt das gesamte Büro fertig hingestellt und kann sofort seinen eigenen Geschäften nachgehen. Zur Ausstattung sollten Doppelböden, Kühlung, flexible Trennwände und eine vollständige CAT-VII-Verkabelung gehören.






