Salzburger Nachrichten, Juni 2011

Stabilität auf dem Salzburger Markt

Analyse. Der Salzburger Immobilienindex hat sich 2010 um fünf Prozent auf 338 Punkte erhöht. Eine Analyse des Marktes sieht eine stabile Entwicklung, die Zahl der Wohnungstransaktionen stieg aber stark.

 SALZBURG (SN). Grundsätzlich ist der Salzburger Immobileinmarkt stabil. Große Ausreißer nach oben oder unten gibt es kaum. Nur im Jahr 2009 ging der Salzburger Immobilienindex (SIX), den das Immobilienbüro Hölzl & Hubner seit zwanzig Jahren erstellt, zurück. 2010 ist dieser Wert wieder um fünf Prozent auf 338 Punkte gestiegen und liegt damit auch knapp über dem bisherigen Höchstwert von 332 Punkten im Jahr 2008. „Unsere Analyse zeigt einen Anstieg bei der Zahl der Transaktionen und auch gestiegene Preise“, sagt Wolfgang Maislinger, Geschäftsführer von Hölzl & Hubner.

Vor allem mit Blick auf Wohnimmobilien war das Jahr 2010 bewegt. „Der Immobilienmarkt hat einen wahren Boom erlebt mit einem Plus von 21 Prozent“, sagt Maislinger. Die Anzahl der Kaufverträge ist auf ein Rekordhoch von 2143 gestiegen. Und auch die Transfervolumina haben sich um 20 Prozent erhöht und erreichten einen Gesamtwert von 550 Mill. Euro.

Diese Entwicklungen stehen vor allem vor dem Hintergrund der gestiegenen Nachfrage von Investoren. Die Zahl der verkauften Wohnungen stieg um 32 Prozent auf 300 Einheiten, jene von Häusern um 29 Prozent auf 100. Bei Bestandswohnungen gab des dabei einen Umsatzanstieg um 47 Prozent bei Neubauwohnungen um 40 Prozent.

Starke Nachfrage herrschte auch nach Zinshäusern. „Hier geht es um Objekte mit fünf bis zehn Wohnungen“, sagt Maislinger: „Viele Investoren wollen nicht einzelne Wohnungen in verschiedenen Häusern mit verschiedenen Hausverwaltungen, sondern ein einziges Objekt. Allerdings ist das Angebot in Salzburg sehr eingeschränkt.“ Dass trotzdem rund 30 Zinshäuser den Besitzer gewechselt hätten, liege auch daran, dass manche Verkäufer die gute Preislage ausgenützt hätten.

 Gewerbemarkt zurückhaltend

 Anders stellt sich die Situation auf dem Gewerbemarkt dar. „2010 gab es kaum große Investitionen von außen“, bestätigt der Experte. „Das lag auch daran, dass es keine passenden Objekte gab.“ Von „großen“ Investoren könne man in Salzburg erst ab einem Volumen von zehn Mill. Euro aufwärts sprechen.

Im Bürobereich gab es 2010 gar keine Neubaufertigstellungen. „Einige haben mit dem Bau begonnen, die Flächen kommen aber erst heuer auf den Markt“, sagt Maislinger. Die Leerstandsrate liegt beinahe unverändert bei rund 3,9 Prozent, das sind rund 30.000 bis 40.000 Quadratmeter bei einem aktuellen Gesamtbestand von 1,1 Mill. Quadratmetern.

Vor allem die Tangente Innsbrucker Bundesstraße/Karolingerstraße/Flughafen ist seit Jahren bei Bürostandorten führend. Das wird sich laut Experten auch in den nächsten Jahren nicht ändern. „2011/2012 werden hier an neuen Flächen vor allem das Öfag-Gelände und der Bereich Moserstraße dazukommen.“ Weiters gebe es beim Airport Planungen. An attraktiven Standorten in der Stadt zählt Maislinger noch das Stadtwerkeareal sowie den Bereich Techno-Z auf. Beim Bahnhof habe es zwar einen Grundstücksverkauf der Bahn im Bereich St.-Julien-Straße gegeben, doch dort laufe erst die Entwicklung. Im Bereich Alpenstraße werde es in der Gegend Wüstenrot zu weiteren Bürobauten kommen.

 Erweiterung SCA kommt

 Im Geschäftsbereich ist vor allem die Erweiterung des SCA an der Alpenstraße, die für mehr Flächen sorgen wird. Ansonsten sei der Handel nach wie vor in erster Linie an starken Frequenzlagen interessiert, die hauptsächlich im Bereich Altstadt/Linzer Gasse zu finden seien. Interessanter werden außerdem die Lagen im Bereich Andräviertel/Mirabellplatz/Rainerstraße, „also die Tangente zwischen Bahnhof und Linzer Gasse“. Vor allem der Lebensmittelhandel kehre mit neuen Konzepten für kleinere Flächen wieder in die Innenstadt zurück.

Aktuell muss man für 1-A-Geschäftslagen mit Preisen zwischen 85 und 120 Euro bei Lokalen unter 60 Quadratmetern und 60 bis 90 Euro bei mehr als 150 Quadratmeter großen Flächen rechnen. Im Bürobereich liegen die Mieten bei 9,80 bis 12,00 Euro in sehr guten Lagen und bei 5,80 bis 7,00 Euro auf dem Sekundärmarkt.

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