Salzburger Nachrichten, Mai 2007
Teurer wohnen
Salzburg hat Innsbruck als teuerstes Pflaster für Wohnungen abgehängt. Das sagt ein neuer Preisvergleich. In Salzburg werden die Ergebnisse angezweifelt.
Salzburg (SN-zak). Salzburg hat Innsbruck als teuerste Destination für Eigentumswohnungen auf die Plätze verwiesen. Laut des am Mittwoch publizierten Immobilienbarometers „ImmoDEX“ ist der Wohnungskauf in keiner anderen Landeshauptstadt so teuer wie in der Mozartstadt. Noch teurer als in den Landeshauptstädten kommt freilich eine Eigentumswohnung in Kitzbühel (3785 Euro pro Quadratmeter).
Im Durchschnitt mussten im Vorjahr 2901 Euro hingeblättert werden, um einen Quadratmeter Wohnraum in Salzburg zu erstehen. Die Preise zogen damit in nur einem Jahr um 7,8 Prozent an. Innsbruck liegt mit 2819 Euro auf dem zweiten Platz, was kaum eine Veränderung zu 2005 bedeutet. Wien lag mit durchschnittlichen 2437 Euro (ohne 1. Bezirk 2400 Euro) auf Platz vier. Günstigste Hauptstadt war Eisenstadt mit 942 Euro für einen Quadratmeter.
Die angeführten Preisangaben spiegeln Durchschnittspreise auf dem heimischen Immobilienmarkt wider. Basis für die Berechnungen sind die Angebotpreise von 39.336 Eigentumswohnungen in ausgewählten Städten Österreichs, die bei www.immobilien.net über einen Makler oder Bauträger inseriert wurden. In die Berechnungen fließen sowohl Erstbezugs- als auch gebrauchte Wohnungen ein. Für Salzburg seien knapp 400 Wohnungen von 56 Salzburger Immobilienmaklern und Bauträgern in die Statistik eingearbeitet worden, erklärt Alexander Ertler, Geschäftsführer von Immobilien.NET.
Albin Hölzl vom Salzburger Immobilienbüro Hölzl-Hubner sagt dennoch, er könnte die Steigerungsrate von 7,8 Prozent nicht nachvollziehen. Denn brandneue Salzburger Ergebnisse zeigten, dass die Durchschnittpreise bei neuen Eigentumswohnungen in Salzburg im Vorjahr bei 2850 Euro pro Quadratmeter gelegen seien (+1,6 %), für gebrauchte Wohnungen seien 1750 Euro (+4,5 %) zu bezahlen gewesen. 200 neue Wohnungen seien 950 gebrauchten gegenübergestanden. Wie der ImmoDEX also auf 2901 Euro im Durchschnitt komme, sei ihm ein Rätsel, sagt Hölzl. Die Salzburger Ergebnisse beziehen sich auf tatsächliche Kaufpreise, die im Grundbuch erfasst sind.
Unabhängig davon weisen auch die Salzburger Ergebnisse Steigerungen auf: Die Gründe laut Hölzl: Die Nachfrage für hochpreisige Objekte steige, im privaten Bereich würden weniger große Objekte gebaut, und es gebe immer weniger große Baugrundstücke in Salzburg.






