Salzburger Nachrichten, September 2008
Büroflächen werden knapp
In Salzburg hat ein regelrechter Büroboom eingesetzt. Jetzt werden größere Flächen knapp, neue Großprojekte sind noch nicht in Sicht.
Salzburg (SN). In Salzburg werden die Büroflächen knapp. Seit Jahresbeginn hat sich die Leerstandsrate auf 3,5 bis vier Prozent fast halbiert, Derzeit stehen nur mehr rund 35.000 bis 40.000 Quadratmeter leer, das ist verglichen mit dem Gesamtbestand von rund 1,1 Mill. Quadratmetern, wenig.
„Neue Objekte sind zum Teil schon vor Baubeginn vermietet“, sagt Wolfgang Maislinger von Hölzl & Hubner Immobilien: „Heuer kommen aber nicht viele neue Gebäude dazu.“
Die Leerstände sind über die ganze Stadt verteilt. Gefragt sind vor allem große, zusammenhängende Flächen. „Große Flächen sind in Salzburg vor allem im Bereich Alpenstraße, Sterneckstraße, Innsbrucker und Münchener Bundesstraße angesiedelt“, weiß Maislinger. Die Leerstände betreffen vor allem kleiner Flächen bis 500 Quadratmeter. Maislinger: „Die Firmen suchen aber ab 1000 bis 15.000 Quadratmetern zusammenhängend.“ Solche Flächen seien aber derzeit kurzfristig nicht verfügbar. Zwar gibt es im Bereich Sterneckstraße noch Flächen, doch dort gibt es zum Teil erhebliche Infrastrukturnachteile.
Leerstände vor allem in älteren Objekten
Leer stehen auch ältere Flächen und Büros in schlechtem Zustand, weil der Eigentümer nichts investieren will. Historische Bauten sind dagegen nicht automatisch Kandidaten für Leerstände. „Die Gerichtsnähe ist zum Beispiel sehr gefragt, das zieht sich bis in die Altstadt hinein“, betont Maislinger. Auch im Bereich Rainerstaße/ Mirabellplatz seien kaum größere Flächen frei.
„Selbst der Bahnhofsbereich hat sich zuletzt sehr gut entwickelt“, erklärt der Experte: „Dort gab es vor drei bis vier Jahren noch eine hohe Leerstandsrate, jetzt ist so gut wie alles vermietet.“ Vor allem wegen des Nahverkehrs und der öffentlichen Verkehrsmittel werde der Standort immer interessanter. Maislinger: „Es zieht derzeit keinen vom Bahnhof weg. Wenn man es schafft, auch Parkplätze anzubieten, dann wird sich das weiter gut entwickeln.“ Vor allem für Firmen mit Parteienverkehr eigne sich der Standort beim Bahnhof auf Grund der öffentlichen Ver-kehrsmittel besonders gut.
Preise ziehen beständig an
Angesichts der starken Nachfrage nach Büros in Salzburg sind natürlich auch die Preise in Bewegung gekommen. „Das Preisniveau war jahrelang stabil“, betont Maislinger: „Die Preise werden aber sicher nach oben gehen.“ Was seit Jahresbeginn vergeben wurde, stamme noch aus dem Bestand. „Aber bei geplanten oder in Bau befindlichen neuen Objekten wird es neue Preise und auch ein neues Angebot geben.“ Hier würden sich die höheren Baukosten und neue Anforderungen durchaus bemerkbar machen. Für hochwertige, moderne Flächen müsse man in Salzburg derzeit mit einem Mietpreis von zehn bis elf Euro pro Quadratmeter rechnen. „Bei entsprechender Ausstattung ist das natürlich höher“, sagt der Experte. Dazu kommen noch Betriebskosten von rund 2,5 Euro netto. Das Thema Energiekosten schlage hier aber noch nicht durch. Maislinger: „Das ist für die Firmen schon ein Thema, aber nicht das wichtigste.“ Eine Entscheidung falle eher nach anderen Kriterien.
Interview mit Wolfgang Maislinger (Hölzl & Hubner Immobilien)
Salzburg-Nord ist gesucht
SN: Wo sind denn die beliebten Gegenden für Büros in Salzburg?
Maislinger: Den Firmen wäre es immer am liebsten, wenn sie einfach ins Nachbargebäude übersiedeln könnten. Ist das nicht möglich, so sind es vor allem die Innsbrucker Bundesstraße und der gesamte Bereich Salzburg-Nord bis hin zur Münchner Bundesstraße und dem Flughafen der nachgefragt wird.
SN: Wer sind denn die Firmen, die suchen?
Maislinger: Bei den aktuell Suchenden sind vor allem Firmen, die schon da sind. Unternehmen, die sich gut entwickeln und expandieren, haben eben mehr Platzbedarf. Neue Firmen kommen nicht im großen Ausmaß und wenn, dann benötigen sie zuerst einmal kleinere Flächen.






